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Wer ist Banksy?

Einer der bekanntesten zeitgenössischen Künstler unserer Tage ist der unter dem Pseudonym Banksy bekannte Brite. Da sich Banksy sehr bemüht, seinen bürgerlichen Namen sowie sein Privatleben geheim zu halten, ist die wahre Identität der Person bis dato allgemein nicht bekannt.

Es wird vermutet, dass es sich um einen Engländer aus Bristol handelt, der etwa 1974 oder 1975 geboren wurde. Doch vielleicht ist ja auch das, was er erschaffen hat, interessant genug. Er ist bereits seit mehr als drei Jahrzehnten in seinem Metier – der Street-Art – aktiv und hat sich dabei keineswegs nur auf eine bestimmte regionale Lokalität beschränkt, sondern war weltweit aktiv. Dabei hat er sich häufig gegen allgemeine gesellschaftliche Konventionen widersetzt und auch die Wahl der Motive entspricht seinem Image als reaktionärer Aktivist.

Banksy stellt die Kunstwelt auf den Kopf

Er hat unzählige Kostproben seiner Graffiti-Kunst an Schauplätzen wie Häuserwänden in vielen großen Städten hinterlassen und war auch anderweitig kreativ. Banksy erregte bereits mehrfach Aufmerksamkeit dadurch, dass er auch in den Räumlichkeiten vieler großer Museen Werke zur Schau stellte, ohne eine Erlaubnis dafür zu besitzen. Darunter waren beispielsweise das Tate-Museum in London, das Museum of Modern Art in New York oder sogar der Louvre in Paris.

Zum Beispiel fand man im Jahr 2005 im Britischen Museum seine ganz eigene Version einer Höhlenmalerei. Er hatte ein Mauerfragment in die Ausstellungsräume geschmuggelt, das erst entdeckt wurde, als er selbst mithilfe des Internets darauf aufmerksam machte. Auf dem Fragment war eine Art moderner Jagdszene mit einem von Pfeilen durchbohrten Beutetier zu sehen. Als Jäger war eine stilisierte Abbildung von einem Menschen mit Einkaufswagen dargestellt.

Obwohl man ihm selbst eine Abneigung und Ablehnung des Kunstbetriebs zuschreibt, wurden mittlerweile manche seiner öffentlichen Werke von den Wänden demontiert und anschließend zu hohen Summen weiterverkauft. Sogar das berühmte Londoner Auktionshaus Sotheby's konnte bereits sehr gut am Banksy-Hype mitverdienen.

Banksy schuf 2005 ein Ölgemälde im Stil und basierend auf einem Werk des weltberühmten Malers Claude Monet. Nur dass im Teich unter seiner japanischen Brücke zwei Einkaufswagen entsorgt wurden und ein oranger Sicherheitskegel mit weißem Streifen schwimmt. Für dieses zeitgenössische Werk, dem er den Titel Show Me the Monet gab, wurden 2020 bei einer Versteigerung umgerechnet 8,4 Millionen Euro geboten. Viele Kunstkenner halten das Werk für relativ harmlose Gesellschaftskritik, das den Preis des Konsumverhaltens der Menschheit illustriert, welches bekanntlich auf Kosten der Natur geht.

Der talentierte David Hockney

Der zeitgenössische britische Künstler David Hockney ist vor allem für seine farbenfrohe Malerei bekannt. Darüber hinaus war er auch im Bereich der Grafik und Fotografie sowie als Bühnenbildner tätig. Er wurde 1937 in Bradford geboren und verdankt einen Teil seines Werdegangs seinem Vater, der selbst Hobbymaler war und die künstlerische Ader seines Sohnes früh erkannte und förderte. Schließlich ermöglichte er David, privaten Malunterricht zu nehmen.

Inzwischen gehören die Gemälde David Hockneys zu den am höchsten gehandelten Werken des gesamten Kunstmarktes im Bereich der lebenden Künstler. Das Bild mit dem Titel Portrait of an Artist, das auch unter der Bezeichnung Pool with Two Figures bekannt ist, wurde 2018 in New York für die horrende Summe von 90,3 Millionen US-Dollar versteigert. Damit wurde der Verkaufspreis des orangenen Ballon Dogs von Jeff Koons in Höhe von etwas mehr als 58 Millionen Dollar weit übertroffen. Verkauft wurde es vom Briten Joe Lewis, in dessen Kunstsammlung sich auch Werke anderer großer Künstler wie Picasso, Klimt und Degas befinden.

Die Anfänge des Malers

1959 wurde er an dem renommierten Londoner Royal College of Art angenommen. Dort studierte er zusammen mit dem jungen Ridley Scott, der heute als einer der besten Regisseure gilt. Ebenso machte er Bekanntschaft mit Ronald Brooks Kitaj, einem amerikanischen Maler, Zeichner und Grafiker, der heute zu einem der wichtigsten Vertreter der Pop-Art-Bewegung zählt. In seinen frühen Werken bewegte sich Hockney auf expressionistischem Terrain. Und in seinen Motiven deutete er homoerotische Signale an, was seinerzeit ein heikles Thema war, da Homosexualität in Großbritannien bestraft wurde. Auch heute noch legt sich der inzwischen über achtzigjährige Hockney nicht eindeutig auf eine einzige Stilrichtung fest, sondern bewahrt sich seine Experimentierfreudigkeit.

1962 forderte man ihn dazu auf, im Zuge seines Abschlusses einen weiblichen Akt nach einem lebenden Modell anzufertigen. Dies sollte eine der Bedingungen zur Erlangung des Diploms sein. Darüber hinaus sollte er im selben Zusammenhang einen Aufsatz verfassen. Hockney weigerte sich, da er verlangte, nur nach seinen Werken beurteilt zu werden und lieferte lediglich ein Gemälde ab, auf dem im Vordergrund ein kaum bekleideter muskulöser Mann zu sehen war, wie man ihn von Sportmagazinen kennt. Er signierte das Bild mit dem Schriftzug „life painting for a diploma“. Es handelt sich um eine quadratische Collage auf Leinwand im Format 180 x 180 Zentimeter, die in Mischtechnik unter Verwendung von Öl sowie zusätzlichen Medien wie Zeichenkohle und Papier entstand. Man erkannte sein Talent an, änderte die starren Vorschriften zu seinen Gunsten und verlieh ihm das Diplom.

Georg Baselitz – Auffallen um jeden Preis

Der unter dem Pseudonym Georg Baselitz bekannte deutsche Künstler wurde 1938 unter dem Namen Hans-Georg Kern in Sachsen geboren. Er ist ein Grafiker, Maler und Bildhauer, der vor allem für seine spezielle Maltechnik bekannt ist. Insbesondere das Jahr 1969 stellt einen Wendepunkt in seiner Karriere dar, denn seinerzeit entschloss er sich, seine Werke nur noch ausschließlich um 180 Grad gedreht auf die Leinwand zu bringen und blieb dieser Manier bis heute treu. Durch diese Entscheidung kreierte er sein auffälligstes Markenzeichen. Sein Malstil lässt sich am besten als expressiv und figurativ beschreiben und die meisten seiner Gemälde sind relativ großformatig. Die Tatsache, dass er quasi direkt in eine Zeit des Umbruchs und der Zerstörung hineingeboren wurde, hat ihn nachhaltig geprägt.

Der widerspenstige Provokateur

Baselitz zählt zu den jungen Wilden, die die moderne Malerei des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt haben. Schon früh widmete der junge Künstler Baselitz sich anstößigen Themen und auch obszönen Motiven. 1957 wurde er wegen „sozio-politischer Unreife“ von der Kunsthochschule Berlin-Weißensee verwiesen, weil er lieber malen wollte, als Anordnungen zur Teilnahme an einem Kombinatbesuch mit Praxiseinsatz Folge zu leisten. Baselitz traute sich schon immer, die ungeschminkte und nicht ästhetisierte Wahrheit zu zeigen, was sich auch in seinen späteren Werken häufig widerspiegelt. Im Jahr 1965 entstanden während eines einjährigen Florenz-Aufenthalts die sogenannten Heldenbilder. Die Gemälde, Zeichnungen und Grafiken stellen monumentale Figuren vor kargen Landschaften dar, die ausgemergelt, verletzt und teils unbekleidet erscheinen. Sie werden zum einen als autobiografische Statements verstanden und zum anderen als Auseinandersetzung mit den Themen der Idealisierung und Heldenverehrung des Dritten Reiches und der illusorischen Idealvorstellung der DDR. Ab Mitte 1960 begann der Künstler Baselitz damit, seine Werke in Streifen aufzuteilen und anschließend neu zu arrangieren. Dabei schuf er die sogenannten Frakturbilder. Aus dieser Manier entwickelten sich wenige Jahre die weltberühmten Bilder, die dem Betrachter das Gefühl geben, sie seien verkehrt herum aufgehängt worden. Neben seiner freischaffenden Tätigkeit beschäftigte Baselitz sich auch als Bühnenbildner und bekleidete außerdem mehrere Lehramtspositionen.